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Zwischen Krieg und Lebensfreude – Leben im Barock

Der Barock war eine von vielen unterschiedlichen Geschehnissen geprägte Epoche. Diese Ereignisse nahmen nicht nur großen Einfluss auf die Geschichte, sondern auch auf die Kunst der Zeit.

Krieg und Seuchen, Prunk und Feste, 'memento mori' und 'carpe diem' – der Barock steht für ein Zeitalter der Gegensätzlichkeiten und der Kontraste. Frömmigkeit und Erweiterung des Wissens trafen auf Prunk und Verschwendungssucht; Der Barock war ebenso eine Epoche der rauschenden Feste wie der Hexenverfolgung.

Sehr prägend für die Epoche waren die Erinnerungen an den 30jährigen Krieg, der 1648 mit dem Westfälischen Frieden endete. Aufgrund dieses Krieges spielte die Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens ebenso eine zentrale Rolle im Leben der Menschen wie das Motto 'carpe diem', das in Anlehnung an die Vergänglichkeit, lat. vanitas, des Lebens dazu aufrief, eben dieses bzw. wortwörtlich den Tag zu nutzen.

Der Barock ist vor allem für die Kunst und die bekannten Bauwerke seiner Zeit bekannt. So machte sich beispielsweise der Papst Innozenz X die steigende Bedeutung der Kunst zunutze, um so die schwächelnde katholische Kirche durch Prunk und Pracht mächtiger erscheinen zu lassen und dadurch die durch den Protestantismus verlorenen Mitglieder wettzumachen. Aber nicht nur die Kirche setzte auf Zurschaustellung ihres Reichtums: Der französische König Ludwig XIV ließ sich mit dem Schloss Versailles einen 20.000 Bedienstete starken Hofstaat erbauen; Das Schloss mit seinem Prunk und Baustil sollte Vorbild für viele Bauwerke in ganz Europa werden, so auch in dem sächsischen Fürstentum Gotha: Noch zu Lebzeiten König Ludwigs errichtete der ansässige Herzog von Gotha ein Schloss direkt nach dem Vorbild von Versailles, mit zeitgenössisch-typischem imposantem Theater und einer umfassenden Bibliothek. Das Besondere an dieser Bibliothek war, dass sie jedem zugänglich war, denn der Herzog verfolgte das Ziel, sein Volk zu bilden. So kam es dazu, dass Gotha Europas erster „Staat“ mit Schulpflicht wurde, während man andernorts erst in der Epoche der Aufklärung überhaupt Ansätze dieses Prinzips verfolgte. Allerdings traf in Gotha nun dieser Fortschritt gleichzeitig auf grausame Relikte eigentlich vergangener Zeiten: Noch immer gab es in dem Herzogtum Hexenverfolgung. Über 1000 schriftlich belegte Verurteilungen und Hinrichtungen legen Zeugnis davon ab – ein weiteres Beispiel für das Aufeinandertreffen krasser Gegensätzlichkeiten im Zeitalter des Barock.

Powerpoint zum 30 jährigen Krieg

Architektur im Barock

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