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Der Werwolf aus dem Düstermoor

„Paul, hör auf so zu rasen!“

„Nein, das macht Spaß.“

Tim und Paul fuhren mit ihrem Wagen eine alte verlassene Landstraße entlang.

In einer langgezogenen Kurve driftete das Auto plötzlich und Paul verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Mit voller Wucht krachte der Wagen frontal gegen einen Baum.

„Au“, schrie Tim, „mein Fuß ist eingeklemmt.“

„Warte, ich hole dich da raus“, entgegnete Paul.

„Danke, aber es tut höllisch weh und das ist allein deine Schuld“, erwiderte Tim mit schmerzerfüllter Stimme.

„Es tut mir leid, du hast völlig Recht. Was sollen wir jetzt machen?“

„Bis zur nächsten Stadt ist es zu Fuß sehr weit, aber wir könnten eine Abkürzung durch das Moor nehmen, außerdem gibt es in der Nähe eine verlassene Blockhütte, in der können wir uns ausruhen und vielleicht auch übernachten.“

„Ja, das hört sich gut an, komm ich stütze dich.“

Die beiden machten sich auf den Weg. Je weiter sie ins Moor kamen, desto dunkler wurde es.

„Ich kann kaum noch etwas sehen Paul“, stöhnte Tim.

„Mir geht es genauso, aber ich glaube, wir sind fast da“, antwortete Paul.

Nach ein paar Minuten standen sie vor der verlassenen Blockhütte. Sie öffneten die alte Holztür und gingen hinein.

„Sieh mal nach, ob du ein paar Kerzen findest“, bat Tim seinen Freund.

„Hier, ich habe welche gefunden“, freute sich Paul und zündete sie an.

In der Hütte schien lange niemand mehr gewesen zu sein. Dicke Spinnennetze und Staub machten es sehr unheimlich.

Völlig übermüdet und erschöpft schliefen die beiden auf einem Sofa ein. Sie bemerkten nicht, dass mittlerweile der Vollmond hell leuchtete.

Plötzlich wurden beide durch ein schauriges Heulen unsanft geweckt.

„Was war das?“, flüsterte Tim.

„Ich weiß nicht, Paul. Aber ich bin mir sicher, dass ich so ein grausiges Heulen noch nie zuvor gehört habe“, wisperte Tim.

„Glaubst du, es ist vielleicht ein Werwolf? Sieh mal durchs Fenster, draußen strahlt der Vollmond...“

„Quatsch, Tim. Es gibt keine Werwölfe!“, entgegnete Paul.

„Und was schleicht denn da vor der Hütte rum?“, piepste Tim verängstigt.

Vor dem Fenster sahen die beiden Jungs einen riesigen Schatten, der durch zwei giftgrüne Augen zu ihnen hineinstarrte. Im selben Augenblick schlugen die messerscharfen Krallen, so groß wie Dolche, durch die Holzwand der Blockhütte!

„Hiiilfe“, schrien die beiden wie aus einem Mund.

„Lauf, Tim!!“, brüllte Paul und beide rannten so schnell sie konnten durch die Hintertür ins Freie. Tim humpelte, doch die Angst trieb ihn voran.

„Ich nehme alles, was ich über Werwölfe gesagt habe, zurück“, keuchte Paul.

„Ist er noch hinter uns?“, fragte Tim.

„Ich glaub nicht, aber ich habe zu viel Angst mich umzudrehen“, hechelte Paul.

„Paul, ich kann nicht mehr, mein Fuß!“

Tim hatte den Satz gerade ausgesprochen, da rutschte er aus und fiel ins Moor. „Hilfe“, seine Stimme überschlug sich. Nur ein paar Luftblasen deuteten noch auf die Stelle, an der er versank.

Aber wo war Paul?

Tim wachte schweißgebadet auf. Er lag in seinem Bett und auf dem Sofa lag sein Freund und schlief.

Das Auto stand unberührt in der Garage.

„Gott sei Dank, es war alles nur ein Traum...“, seufzte er.


Das kleine Mädchen

Eines Nachmittags kam die 14-jährige Emma mit ihrer 9-jährigen Schwester Sophie von der Schule heim. Sie wohnten etwas abseits der Stadt. Ihre Eltern waren nicht zuhause, aber sie hatten einen Zettel hinterlassen, auf dem stand:

Sind zu einem Geburtstag eingeladen. Sind erst spät abends wieder zuhause. Alles, was ihr braucht, ist da. Wenn etwas ist, ruft Oma und Opa an.

Liebe Grüße

Mama und Papa

Nachdem Emma und Sophie den Brief gelesen hatten, gingen sie in die Küche, um nachzusehen, was sie essen können. Emma schob eine Pizza in den Ofen und Sophie machte den Fernseher an. Sie kuschelten sich gemütlich auf das Sofa, schauten mehrere Filme und schliefen irgendwann auf dem Sofa ein.

Um 23:46 Uhr wachte Emma wegen eines Geräusches aus dem Keller auf. Sie rüttelte Sophie wach und sagte ihr, was los war. Kurz darauf kam erneut das Geräusch. Sie beschlossen nachzusehen, woher das unheimliche Geräusch kam. „Warte!“, sagte Sophie, „Nimm ein Messer mit!“ Emma nahm ein Messer aus der Küchenschublade.

Sie schlichen durch den Hausflur und hörten erneut das Geräusch aus dem Keller. Sophie bekam schreckliche Angst und traute sich nicht weiter. Sie zitterte am ganzen Körper. Emma ging die Kellertreppe hinunter, während Sophie oben an der Kellertür wartete. Langsam ging Emma die Treppe runter. Damit die Stufen nicht zu laut knarrten.

Als sie unten ankam, lauschte sie in die dunklen Räume hinein. Sie ging zur Waschraumtür, aus der das Geräusch kam. Emma versteckte sich in einer kleinen Nebenkammer und verschloss die Tür. Sie hörte, wie das Geräusch immer näher kam. Es waren die schlurfenden Schritte eines Menschen. Emma machte vorsichtig die Tür auf und schlich sich an den Waschraum heran. Durch den Türspalt spähend sah sie, wie ein kleines Mädchen im Nachthemd ihre Eltern aufschlitzte und die Organe aß. Emma erschrak und schrie so laut, dass das kleine Mädchen aufmerksam wurde und sie mit blutverschmiertem Mund anstarrte. Emma flüchtete in die Kammer. Das Mädchen suchte sie und ging die Kellertreppe hoch.

„Oh nein“, dachte Emma, „Sophie weiß doch nicht Bescheid!“ Emma hetzte aus der Kammer und schlich dem Mädchen hinterher. Sie nahm all ihren Mut zusammen. Mit dem Messer auf das unheimliche Mädchen gerichtet sprang sie vor und erstach das Monster, das ihr die Eltern genommen hatte. Sofort darauf rannte Emma zu Sophie und nahm sie in den Arm. Doch als sie ihre Arme um die kleine Schwester schloss, erwachte sie aus ihrem Albtraum. In ihrem Arm hatte sie nur ihren großen Stoffbären.


Das Geisterhaus

Ich bin Mimi, 13 Jahre alt, und wohne in einem kleinen Dorf in Kanada.

Es war Halloween und ganz traditionell wollten mein großer Bruder und ich eine Mutprobe machen. Ich sollte nachts um 24 Uhr – zur Geisterstunde – eine halbe Stunde im tiefsten und unheimlichsten Wald Kanadas bleiben. An diesem Tag war ich total aufgeregt und bekam kein Auge zu. Als es endlich 24 Uhr war, gingen mein Bruder und ich an den Waldesrand. „Ich warte hier, und du gehst rein. Ich rufe dich dann, wenn eine halbe Stunde vorbei ist, okay?“, meinte mein Bruder. „Alles klar“, wisperte ich leise. Ich ging zögerlich Stück für Stück in den Wald. Ich hörte Eulen schreien und die Bäume rauschten unheimlich. Ich sah, dass es Vollmond war.

Da fiel mir plötzlich ein, dass bei Vollmond die Werwölfe kamen. Ich bekam schreckliche Angst. Es kam immer mehr Nebel. „Aaaaaaah!“, schrie ich plötzlich laut auf. Es war einfach so ein Haus wie aus dem Nichts aus dem Nebel heraus erschienen. Außen herum standen leuchtende Kürbisse mit hässlichen Fratzen. „Ooooooh mein Gott!“, dachte ich. Jetzt schwebte neben dem Haus ein dunkler großer Geist. Er hatte gelbe Augen und kam immer näher, direkt auf mich zu. Voller Angst machte ich die Tür auf und lief ins Haus. Hinter mir knallte die Tür zu. Ich stand im Dunkeln und im Nichts. In einer kleinen Ecke war ein leuchtendes Licht. Ich sah ein Skelett, darauf krabbelten große Spinnen. Ich zitterte und bekam eine Gänsehaut. „Was willst du hier? Das ist eine Ruhestätte!“, sprach eine tiefe Stimme böse zu mir. „Eig...ent...lich..nichts“, sagte ich vorsichtig. „Dann verschwinde von hier, oder willst du so enden wie das Skelett in der Ecke?“, schrie die Stimme wütend.

Ich rannte zur Tür und wollte sie aufreißen, doch sie ließ sich nicht öffnen. Mir wurde warm, ich schwitzte. „Hahahahahahah! Du hast dir wohl gedacht, du kannst einfach so verschwinden? Da hast du dich geirrt!“, lachte die Stimme. Ich erstarrte vor Schreck und dachte an meinen Bruder, der sich inzwischen schon Sorgen machte. „Versprich mir, dass du nie wieder hierher kommst, denn ich will endlich meine Ruhe. Und jetzt verschwinde, geh!“, schrie die Stimme so laut, dass es in meinen Ohren dröhnte. Nun ging die Türe langsam auf und ich rannte wie der Blitz aus dem Wald. Mein Bruder erwartete mich schon. Ich war so froh wie nie zu vor, ihn zu sehen. Auf dem Heimweg erzählte ich ihm alles. Selbst mein Bruder hätte sich das nicht getraut. Seit diesem Tag gingen wir nie wieder in diesen Wald.


Der nächtliche Friedhof

Ich wollte zu dem alten Friedhof gehen, um meinem verstorbenen Opa ein paar bunte Blumen aufs Grab zu legen. Das eiserne Friedhofstor schwang, mit lautem Quietschen, auf. Der starke Wind heulte laut durch die kahlen Baumkronen. Als ich den dunklen Friedhof betrat, knirschte der neue Kies unter meinen Schuhen.

Plötzlich hörte ich einen Ast unter der großen, alten Eiche knacken. „Ist da jemand?“, fragte ich laut. Aber als der Mond hinter den finsteren Wolken hervorkam, sah ich nur einen Hasen, der ängstlich weghoppelte.

Also schlich ich langsam weiter. Als ich die Blumen auf das moderige Grab gelegt hatte und wieder nachhause gehen wollte, hörte ich einen lauten Schrei. „War das wieder der Hase? Nein, der Schrei kam eindeutig von einem Menschen. Vielleicht braucht er meine Hilfe“, dachte ich ängstlich. Ich rannte zur großen Friedhofkarpelle, von wo der Schrei kam.

Als ich dort ankam, sah ich erst nichts. Aber auf einmal packte mich jemand von hinten am Genick. Ich trat und schlug wild um mich. Aber ich traf meinen Gegner nicht. Plötzlich ließ er mich los. Er rannte aus dem Friedhof. „Wovor hatte er Angst bekommen?“, dachte ich noch. Aber dann sah ich ein altes Gespenst. Es sagte: „ Fritz, ich bin dein Opa. Als ich sah, dass du in Gefahr warst, kroch ich aus meinen Grab und erschreckte den Gauner so, dass er weglief.“ „Jetzt müssen wir ihm aber nachlaufen, sonst entkommt er uns noch!“, stellte ich fest. Als wir am Friedhofstor ankamen, waren wir sehr verwirrt, als wir die Polizei, den Gauner und meine Eltern sahen. Zuerst erschraken alle, als sie Opas Geist sahen. Aber als ich ihnen erzählte, wer es war, staunten sie nur noch. Meine Eltern fragten: „Wo warst du denn? Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Ist dir etwas passiert?“ Ich zeigte auf den Mann und sagte, dass er mich ausrauben wollte. Die Polizei verhaftete ihn sofort. Opa wohnte wieder bei uns. Und wir hatten viel Spaß mit ihm.

PS. Der Dieb schrie, weil er über einen Grabstein gestolpert war.


Die Abkürzung

Am Sonntagabend hatte ich mich mit meiner Freundin getroffen. Beim Spielen hatten wir völlig die Zeit vergessen, und draußen war es schon dunkel. Als ich dann auf die Uhr schaute, musste ich mich auch schon verabschieden.

Ich hatte Angst, zuhause Ärger zu bekommen, weil ich so spät dran war. Also nahm ich die Abkürzung durch den stockfinsteren Wald. Normalerweise fuhr ich nie durch den Wald, doch wenn ich die Abkürzung nehmen wollte, musste ich da durchfahren.

Mein Herz schlug mir bis zum Hals und mein ganzer Körper zitterte, als ich mit meinem Fahrrad losfuhr. Ich hatte die Hälfte schon fast geschafft, da machte es plötzlich „puff“ und mein Fahrradlicht ging aus. „Na toll“, dachte ich mir. Also fuhr ich im stockdunklen Wald ganz alleine weiter.

Etwa eine Minute später hörte ich hinter mir ein Zischen, mein Fahrrad wurde immer langsamer und das Treten fiel mir immer schwerer. Nach einer Weile hielt ich an, um zu gucken, was los war. Das Problem war nur, dass ich nicht besonders viel sehen konnte. Also musste ich tasten und ertastete an meinem Hinterreifen ein großes Loch. Genau in diesem Moment hörte ich wieder Zischen. Zuerst dachte ich, dass mein Vorderreifen auch noch geplatzt war. Doch dann erschienen rund um mich herum giftgrüne Augen, die mich eine Weile aus der Dunkelheit anstarrten.

Irgendwann bemerkte ich, dass die Augen immer näher auf mich zukamen. Ich sah jedoch eine Lücke und nutzte sie, um abzuhauen. Ich schmiss mein Fahrrad zur Seite, schrie um Hilfe und rannte davon, so schnelle mich meine Beine tragen konnten. Hinter mir hörte ich Schritte und wusste genau, dass die grünen Augen mich verfolgten. Gerade als die Augen mich fast eingeholt hatten, fuhr ich völlig außer Atem aus meinem Bett hoch. Ich schwitzte wie ein Bär, war aber heilfroh, dass alles nur ein Traum war.


Das Wesen im Keller

An einem wunderschönen Sommerabend saß Lisa auf der Terrasse und beobachtete ihren Hund Lucky, der im Garten umhertollte. Als es bereits dunkel wurde, rief sie Lucky rein und kuschelte sich mit ihm ins Bett. Sie schliefen sofort ein.

Plötzlich fuhr Lisa hoch, lautes Krachen hatte sie geweckt. Lisa stand auf, schlüpfte in ihre Hausschuhe und ging mit lucky in die Richtung, aus dem das Krachen kam. Als sie im Wohnzimmer standen, hörten sie kratzende Laute aus dem Keller. Lisa fing an zu zittern und ging langsam auf die Tür, die zum Keller führte, zu. Lucky folgte ihr, er knurrte und sein Fell sträubte sich.

Zitternd hob Lisa ihre Hand um die Tür, die zum Keller führte, zu öffnen. Mit lautem Knarren öffnete sich die Tür. Lisa und Lucky starrten auf den finsteren Gang, die düstere Treppe, die ekeligen Spinnenweben und – das war am schlimmsten – kein Licht.

Lisa schluckte und schlich langsam die Treppe runter. Lucky, der sie noch davon abhalten wollte, blieb oben an der Treppe stehen und bellte. Lisa sah sich um. Ihre Augen hatten sich noch nicht richtig an die Dunkelheit gewöhnt. Sie stolperte über einen Fußball, der im Gang rumlag.

Plötzlich hörte sie vom Weiten schwere Schritte. Sie fing an zu zittern und starrte in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Dunkle Gestalt kam auf sie zu, der helle Schein einer Taschenlampe blendete sie und im schwachen Licht erkannte sie ihren Vater. „Was machst du denn hier?“, fragte ihr Vater sie. Lisa antwortete mit noch immer zitternden Händen: „Ich wollte gucken, was das für ein Krach gewesen ist.“ Ihr Vater lachte: „Tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe, mir ist eben eine Kiste auf den Boden gefallen, ich wollte nämlich noch etwas vorbereiten – eine Überraschung…“ „Na gut, jetzt geh aber wieder schlafen!“ Lisa nickte und ging wieder in ihr Zimmer. Als sie wieder in ihrem Bett lag, sprang Lucky neben sie. Lisa schlief mit einem Lächeln im Gesicht ein.


Das Zimmer

Es war ein Mädchen namens Lisa. Sie lebte in einem alten Haus. Das Haus kam ihr schon immer komisch vor. Ihr war nie nachts was aufgefallen, doch eines Tages, am Freitag, den 13-ten, wurde sie mitten in der Nacht wach. Sie schlief auf einem Hochbett und sie schlief oben. Sie hörte unten Geräusche, als würde sich die Bettdecke bewegen. Sie hatte große Angst und sie kriegte keinen Ton raus. Sie versuchte, wieder einzuschlafen. Das gelang ihr auch.

Am Morgen ging sie in den Garten zum Spielen. Als sie zu ihrem Fenster hinaufsah, sah sie eine dunkle Gestalt. Sie hatte am Abend große Angst einzuschlafen. Als sie doch dann ins Bett musste, schlief sie aber recht schnell ein. In der Nacht wachte sie wieder auf. Da spürte sie etwas auf ihr liegen, doch sie sah nichts. Sie bekam fast keine Luft. Sie war wie gelähmt. Sie konnte auch nichts sagen. Als der Geist von ihr runter war, spürte sie, wie er sie in die Wand ziehen wollte. Doch sie schrie laut los: „Mama!!!!!!!“ Als die Mutter reinkam, fragte sie: „Was ist los?“ Lisa sagte: „Hierrrrrrr ist ein Geist, er wollte mich in die Wand ziehen!!!!“ Die Mutter sagte beruhigend: „Es ist alles gut, du kannst heute bei mir und Papa schlafen und morgen ziehen wir das Bett vor und stellen einen Schrank an die Wand!“

Lisa und ihre Mutter gingen beruhigt ins Schlafzimmer. Am Morgen taten sie es auch. Seitdem kam der Geist nicht wieder. Doch als Lisas Eltern mit Lisa die Zimmer tauschten, stellten sie das Bett genau an die Wand, in der der Geist wohnte. Der Geist machte das gleiche, was er auch bei Lisa gemacht hatte. Nachdem die Eltern eine Woche in diesem Zimmer verbracht hatten, zogen sie um.

Doch von wo kam der Geist? Es war ein kleines Mädchen, das mit 9 Jahren tot in die Wand eingemauert wurde. Als das kleine Geister-Mädchen aus der Wand kam, sah sie Lisa beim Spielen zu und legte sich, wenn sie schlief, zu ihr ins Bett. Doch sie wollte eines Tagen nicht mehr alleine in der Wand sein, also versuchte sie, Lisa in die Wand zu ziehen. Aber das klappte nicht. Doch sie wird es so lange versuchen, bis jemand mit ihr in der Wand ist. Also passt auf, wo ihr hinzieht, denn vielleicht ist sie ja in eurer Wand.


Die grünen Augen

Sandys Mutter schickte sie in den Supermarkt, um Bananen zu kaufen. Als Sandy Bananen gekauft hatte, war es schon ziemlich dunkel, deshalb wollte sie sich den Weg abkürzen. Sie bog in eine Straße ein, die sie nicht kannte. Auf halbem Weg verloschen die Laternen. Es wurde stockduster. Irgendwas fasste sie an der Schulter und zog sie in einen verwilderten Garten.

Auf einmal fand sie sich an einer breiten Holztür wieder. Die Tür öffnete sich quietschend und etwas zog sie in das Haus hinein. Sie konnte die Hand vor Augen nicht sehen und es roch nach modrigem Schlamm.

Auf einmal ging das Licht an und sie sah zerbrochene Fenster und Vorhänge, die sich im Wind bewegten. Sie sah vor sich eine riesige staubige Treppe, die nach oben zu führen schien. Sie stieg die Treppe hoch, die sich PLÖTZLICH bewegte. Sie erschrak und fing an zu schwitzen.

Als sie oben ankam, sah sie eine Tür. Sandy versuchte, sie zu öffnen, doch sie war verschlossen. Jemand fasste sie wieder an die Schulter. Sie drehte sich erschrocken um, doch sie sah zunächst nichts hinter sich. Sandy guckte nach unten und entdeckte einen Schlüssel. Sie vermutete, dass das der Schlüssel zur Tür war. Sie versuchte, mit dem Schlüssel die Tür zu öffnen, und die Tür öffnete sich mit einem wimmernden Geräusch. Als sie den Raum betrat, leuchteten vor ihr grüne blitzende Augen. Das Licht war so grell, dass sie ihre Augen schließen musste.

Als sie sie wieder öffnete, waren die unheimlichen Augen verschwunden. Sie tastete sich weiter durch den finsteren Raum und kam an eine zweite Tür. Auch sie war verschlossen. Wieder spürte sie eine Hand an ihrer Schulter. Sandy drehte sich erschrocken um, doch zunächst sah sie nichts. Und wieder lag auf dem Boden ein Schlüssel. Auch die zweite Tür ließ sich mit dem Schlüssel öffnen. Sie führte in einen unheimlichen Raum. Zunächst brannte dort Licht. Das Licht verlosch und wieder leuchteten die grünen Augen.

Plötzlich fing ein Klavier an zu spielen. Es waren die tiefsten Töne auf dem Klavier und es dröhnte ihr in den Ohren, sodass sie anfing zu zittern. Grässliche Stimmen fingen an zu jaulen. Das Klavier hörte auf zu spielen und die grünen Augen verschwanden. Und unter ihr verschwand der Boden und sie stürzte in einen Abgrund. Was mit ihr geschah, weiß keiner, denn sie wurde danach nie wieder gesehen. Alles geschah am 12.01.1743.


Eine Mutprobe mit Folgen

Ich bin ein ganz normaler 12-jähriger Junge, der in einer Gang sein wollte. Aber die anderen Jungs aus der Gang wollten, dass ich eine Mutprobe machen sollte, um ein Mitglied in der Gang zu werden. Ich war damit einverstanden, denn ich sollte in das ALTE HAUS. Man sagt, dass in diesem Haus die bösen Geister der Verstorbenen rumlungern sollen.

Aber trotzdem ging ich am nächsten Tag so gegen 15:30 Uhr in das ALTE HAUS. Als ich die Tür von innen schloss, schien nur wenig Licht durch 2 mickrige kaputte Fenster. Man konnte aber erkennen, dass in der Mitte des Raumes ein großer alter zugestaubter Teppich lag und dass Bilder, kaputte Bilder, falschherum an den Wänden hingen oder kaputt auf dem Boden lagen. Zudem war es auch noch eiskalt.

Plötzlich hörte ich eine tiefe Stimme, die sagte: „DAAASS DUUU DIICHHH HIIEEERR HHEERR TTRRAAUUSSTT!“ Ich wollte sofort wieder raus, dann sagte ich zitternd: „A-Also ii-ich kann a-auch wieder geh-hen“, drehte mich um und wollte gehen, doch die Tür, durch die ich eben gekommen war, war abgeschlossen.

„HAHAHA NEIN, DUU BLEIBST HIER“, sagte die Stimme lachend. Plötzlich ging unter mir eine Falltür auf und ich stürzte 3 Meter in die Tiefe und landete schließlich auf hartem eiskaltem Boden. Es war totenstill und stockduster, doch auf einmal fing über mir eine Glühbirne an zu flackern. Dadurch konnte ich erkennen, dass ich in einem langen Gang gelandet war, aber was sich am Ende des Ganges befand, konnte ich nicht erkennen, da das Licht nicht so weit reichte. Ich dachte, es wäre besser, nach da hinten zu gehen, anstatt herumzulungern.

Hinten angekommen, tastete ich mich voran. Ich spürte, dass vor mir eine eingestaubte Holztür war. Als ich sie öffnete, quietschte sie fürchterlich. In dem Raum hinter der Tür gab es ebenfalls nur ein jämmerlich flackerndes Licht. Ich konnte nur kaputte Möbel und viele Spinnenweben erkennen. Hinten rechts in der Ecke ertönte ein lautes hungriges Brummen. Ich bekam schon ein wenig Angst, aber ich blieb stehen. Denn, wenn ich durch die Tür zurückgehen würde, wäre dort nur eine Sackgasse. Deshalb blieb ich einfach stehen.

Ich hätte doch lieber umkehren sollen, denn aus der Ecke, wo eben noch das Brummen zu hören war, kam eine grüne dürre Gestallt zum Vorschein. Innerlich schrie ich, doch äußerlich erstarrte ich einfach nur vor Angst. Die Gestalt kam immer und immer näher. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Auf einmal, von jetzt auf gleich fühlte ich mich so leicht, meine Augen fielen zu.

Als ich sie wieder öffnete, sah ich, dass ich im Krankenhaus lag und meine ganze Familie um mich herumsaß. Nur die vier Leute aus der Gang waren nicht da.

 

Der Umzug

Erst kürzlich zog ich mit meiner Familie um. Da mein Papa nach langer Zeit als Arbeitsloser endlich einen Job in Berlin gefunden hatte, mussten wir nun von Hamburg in ein altes, zerfallenes, gruselig wirkendes Haus ziehen.

Schnell fand ich neue Freunde und bald übernachtete auch meine neue Freundin Katrin bei mir. Doch am Abend konnten wir beide nicht einschlafen. Die Fensterläden klapperten und immer wieder schlug ein Ast der alten Weide auf unserem Grundstück an unsere Haustür, sodass es sich wie das Klopfen einer Person anhörte. Katrin und ich hielten uns vor Angst zitternd die Ohren zu, doch dies half nichts.

Dann, als die Standuhr im Flur 12 schlug, hörten wir auf einmal unheimliche Schritte, die vom Dachboden, der sich direkt über meinem Zimmer befand, zu kommen schienen. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Wer rannte bloß mitten in der Nacht auf dem Dachboden herum? Katrin und ich gingen hinaus auf den Flur und stiegen mit zittrigen Knien die Leiter zum Dachboden empor. Ich machte die Luke auf und… Ich schrie auf. Ich blickte in das Gesicht einer Frau! Obwohl ihr Gesicht mehr als 50cm von meinem Gesicht entfernt war, konnte ich ihren fauligen Atem riechen. Sie trug ein violettes, altmodisches Kleid, das in Fetzen von ihrem dünnen, knochigen Körper herabhing. Die Frau stank nahezu nach Verwesung!

Dann flüsterte die Frau mit leiser, aber eindringlicher Stimme: „Helft mir! Bitte helft mir doch! Er ist hier im Haus und er sucht mich! Er wird mich töten, wenn ihr mir nicht helft!“ Ich war starr vor Angst, und Katrin schien es genauso zu gehen. Plötzlichen hörte ich hinter mir Gepolter auf der Treppe. Ich drehte mich um und sah, wie meine Eltern die Leiter hochkamen. Als ich mich wieder zum Dachboden umdrehte, war die Frau weg. Da, wo sie gerade noch gestanden hatte, war nur noch ein kleiner Blutfleck. Aber die Frau war weg, einfach verschwunden!

Als meine Eltern uns fragend ansahen, erzählte ich ihnen alles, was passiert war. Daraufhin erzählte meine Mutter Katrin und mir bei einer heißen Tasse Kakao in der Küche, dass in unserem Haus vor langer Zeit eine Frau gewohnt hatte. Diese wurde aber auf dem Dachboden von ihrem eigenen Mann ermordet. Darum auch der Blutfleck. Vormieter erzählten auch, dass ihnen der Geist der Frau auf dem Dachboden erschienen sei. Sie glaubt immer noch, dass ihr Ehemann hinter ihr her sei!

 

Das Haus auf dem Hügel

Ich heiße Laura und will euch heute meine Geschichte erzählen, die vor einem Jahr geschah. Es war ein grauer nebeliger Herbsttag. Meine Eltern waren über das Wochenende zu meinen Großeltern gefahren. Ich nutzte das, um ein paar Freunde, die ich in unserem kleinen Dorf kennengelernt hatte, einzuladen. Wir waren nämlich erst im Sommer hierher gezogen. Und zwar in ein altes Haus, das auf einem Hügel stand. Mir war das Haus unheimlich, aber meine Eltern meinten, es sei gemütlich.

Ich saß also zusammen mit meinen Freunden im Wohnzimmer. Es wurde schon dunkel und es begann zu regnen. Der Wald heulte durch den offenen Kamin. Irgendwie unheimlich. Meine Freunde und ich versuchten, uns mit einer Komödie, die im Fernsehen lief, aufzumuntern. Ich erinnerte mich, dass der Typ aus Mr. Bean mitspielte, als Agent glaube ich, na ja egal, denn so lustig der Typ auch war, das Lachen verging uns bald. Denn plötzlich klingelte das Telefon, nicht wie es sonst klingelte. Es läutete schrill, ein Geräusch, das mich erschaudern ließ. „Das Telefon ist wohl Defekt“, beruhigte ich mich und die anderen auch. Es war Darla, ein schüchternes Mädchen aus meiner Klasse, das ich auch eingeladen hatte. „Ich kann heute leider nicht kommen“, murmelte sie fast unhörbar leise. „Was ist los?“, fragte ich sie. „Es geschah vor einem Jahr, vor genau einem Jahr“, antwortete sie mit einer rauen Stimme, als ob sie etwas im Hals stecken hatte.

„Was meinst du Darla?“, fragte ich nach, doch die Leitung war tot. Ich versuchte, auf Rückruf zu schalten, aber das Telefon reagierte nicht mehr. Nur ein Freizeichen war zu hören, ähnlich wie der Klingelton vorher. Ich sah auf meinen Arm, wie sich die Härchen aufstellten, und bekam am ganzen Körper eine Gänsehaut. Als ich den anderen erzählte, wer angerufen hatte, wurden alle ganz bleich im Gesicht. Nur Tim, ein etwas einfältiger, aber netter Junge, grinste breit: „Die spinnt doch, die Darla, einsperren sollte man die, genau wie Julia, die verrückte Kuh“, sagte er. „Halt die Klappe und lass Julia in Ruhe!“, fuhr Jasmin ihm über den Mund. Ich hatte genug: „Wer ist Julia und von was redet ihr da überhaupt?“, platzte es aus mir heraus.

Jasmin erzählte mir, dass Julias Eltern vor einem Jahr ums Leben kamen. Ein tragischer Unfall, meinte die Polizei; man fand ihre Leichen damals im Keller. Julia, die mit ihrer Freundin Darla als einzige dabei gewesen war, erzählte damals von Geistern und Stimmen. „Deswegen hatte man sie ja auch ins Irrenhaus gesteckt“, rief Tim dazwischen. Jasmin erzählte weiter, dass Darla, die Julias beste Freundin war, seit diesem Ereignis sehr stumm und verschossen gewesen sei. „Und all das geschah vor genau einem Jahr. Deswegen will sie heute nicht kommen“, meinte ich anschließend. „Nein, das ist nicht der einzige Grund“, sagte Jasmin. „Vielleicht schockiert dich das, was ich dir jetzt erzähle“, fuhr Jasmin fort und blickte mich bedrohlich an. „Das Haus, in dem wir hier sitzen, gehörte vor einem Jahr noch Julias Familie, dem Mädchen, das heute in der Irrenanstalt sitzt.“ „Es geschah also hier“, murmelte ich.

Ich war starr vor Schreck. Wir saßen einige Minuten stumm da, als es plötzlich klopfte. Das Geräusch kam aus dem Keller. Tim stand auf und fuhr uns genervt an: „Es gibt keine Geister. Beruhigt euch mal wieder! Du hast bestimmt wieder die Katze unten eingesperrt und die will jetzt raus!“ Er hatte Recht, dachte ich. „Ich habe sie wohl aus Versehen beim Getränkeholen eingesperrt“, beruhigte ich uns wieder.

Wir gingen also runter. Das Geräusch wurde lauter und es kam auch nicht aus dem Getränkekeller, sondern aus dem Kohlekeller. Ich erinnerte mich, dass mein Vater, bevor er wegfuhr, die Heizung im Kohlekeller einstellen wollte. Wahrscheinlich hat er dort aus Versehen meine Katze eingesperrt. Ich faste allen Mut zusammen und entsicherte das Vorhängeschloss des Kohlekellers. In dem Moment traf es mich wie ein Schlag. Ich hatte Tim nie von meiner Katze erzählt und er hatte sie nie gesehen. Woher wusste er so viel? Ich hatte Angst. Trotzdem drehte ich mich langsam zu meinen vermeintlichen Freunden um. Was ich sah, vergrößerte meine Angst nur noch mehr. Sie schienen sich allesamt langsam in Luft aufzulösen. In dem Moment schwenkte auch die von mir geöffnete Tür zum Kohlekeller auf. Ich konnte nur schreien. Im Keller lagen meine Eltern tot auf dem Boden. Ihre Augen weit aufgerissen, als ob sie vor Schreck gestorben waren. Wen hatte ich am Freitag verabschiedet, im Glauben, dass es meine Eltern waren? Hatte keine Zeit zum Nachdenken! Ich rannte in Panik Richtung Treppe, doch die Tür fiel mit einem Krachen vor meiner Nase zu. Ich war eingesperrt. Es wurde dunkel um mich herum. Ich hörte Stimmen und sah Gestalten. Ich sah die furchtbare Vergangenheit des Hauses und spürte, wie es von mir Besitz ergriff. Ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. Da musste ich an Julia denken. Sie hatte vor einem Jahr das gleiche durchgemacht wie ich, ich wollte auch kämpfen wie sie und meinen Verstand verlieren, oder sollte ich aufgeben? Ich hörte auf meine innere Stimme und ließ einfach los. Es wurde endgültig dunkel. Ich starb an diesem unheimlichen verregneten Herbstabend.

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